Kommunikation zwischen Schiedsrichter und sonstigen Beteiligten des Fußballspiels

von Volker Lemke

Kapitel 2 - Grundlagen der menschlichen Kommunikation

Die menschliche Kommunikation[20] ist ein komplexes Thema und nicht alles, was hierzu an Erkenntnissen[21] vorhanden ist, kann Eins-zu-Eins für unseren Schiedsrichter-Bereich übernommen[22] werden. Denn im Spiel besteht für uns ja die Besonderheit, dass wir sofort entscheiden müssen, nicht lange hin und her überlegen können. Eine ausführliche Kommunikation mit den anderen Spielbeteiligten ist dann gerade nicht möglich. Alle müssen sich zudem darauf einstellen, dass im Grunde nur einer das Sagen hat, nämlich der Schiedsrichter[23].

Es gilt: Das gesprochene Wort ist nicht(!) das Wichtigste. Menschen kommunizieren immer(!) miteinander, und zwar auch dann, wenn nichts gesagt wird[24]. Immer gibt es einen Sender[25] und einen Empfänger. Gerade deshalb bestehen viele Möglichkeiten des Missverständnisses. Man kann »falsch« senden, der Übertragungsweg kann gestört sein, der Empfänger kann falsch empfangen. Jeder Fehler führt zu einer Diskrepanz. Es kann schon deshalb zum Streit kommen, weil die – objektiv richtige – Entscheidung des Schiedsrichters nicht »verstanden« wird. Unser Interesse sollte es sein, dass unsere Botschaft so verstanden wird, wie wir sie gemeint haben. Eine »ich-entscheide-und-damit-basta-Einstellung« würde dieses Interesse verkennen.