Kommunikation zwischen Schiedsrichter und sonstigen Beteiligten des Fußballspiels

von Volker Lemke

Kapitel 8 - Weitere Beteiligte

Die Diskussion mit Ersatzspielern/Betreuern ist während des Spiels zu vermeiden. Gegebenenfalls sollte der Spielführer/Trainer aufgefordert werden, für Ruhe auf der Ersatzbank zu sorgen. Positive Emotionen (Anfeuern etc.) zulassen. Auf Schiedsrichter-Beleidigungen oder Beleidigungen des Gegners konsequent reagieren. Zuschauer sind selten objektiv. Deshalb sollte jegliche verbale Kommunikation mit Zuschauern unterbleiben. Wir können dennoch Einfluss auf Zuschauer nehmen und wollen ja auch, dass »von außen« nicht zu viel gestört wird. Die non-verbale Kommunikation des Schiedsrichters ist für den Zuschauer das Einzige, was – auch auf die Distanz – gut erkennbar ist. Deshalb: Entscheidungen so eindeutig mit Gesten erklären, dass auch die Zuschauer verstehen, warum gepfiffen wurde. Trotzdem auftretende negative Äußerungen der Zuschauer sind bei der Beurteilung der konkreten Situation schlicht zu ignorieren. Aber: Man kann sich durchaus Bedanken, wenn der Zuschauer hilft (z.B. den Ball zupasst). Steht zum Beispiel ein Lokalderby oder sonst ein brisantes (Auf- bzw. Abstiegs-)Duell an, sollte der Schiedsrichter schon im Vorfeld dafür sorgen, dass von Vereinsseite beruhigend auf Zuschauer eingewirkt wird[76] und zum Beispiel – jedenfalls in diesem Fall – ein Ordnerdienst gestellt wird. Im Ernstfall sollte der Schiedsrichter schlicht auf dem Ordnerdienst beharren. Bei brisanten Spielen kann man auch auf Kreisebene durchaus überlegen, das Spiel »im Gespann« zu leiten, sodass schon nach außen dokumentiert wird, dass die Schiedsrichter die Sache nicht aus der Hand geben werden.