Schiedsrichterball

Pfiffiges Erlebnis

In Niedersachsen amtierte einmal ein allseits bekannter Schiedsrichter, der in Fachkreisen nur „Pfiffi” genannt wurde. Ob dieser Spitzname von seiner Tätigkeit als Schiedsrichter herrührte oder eine andere Anspielung auf seine Cleverness war, lässt sich heute kaum noch ermitteln. Die nachstehende Story belegt jedenfalls, dass der Emder wirklich ein ganz „Pfiffiger” war.

Bei einem Fußballspiel des FC Norden belagerte die Heimmannschaft beim Spielstand von 1:1 das gegnerische Tor seit Minuten. Sekunden vor dem Abpfiff schien es so, als hätte der Ball endlich sein Weg ins gegnerische Tor gefunden. Jedenfalls entschied der Spielleiter mit einem kräftigen Pfiff auf Tor. Aber allen physikalischen Gesetzen zum Trotz sprang das Leder jedoch vom Innenpfosten dem auf der Torlinie stehenden Torhüter in die Arme. Das war unübersehbar. So war der Schiri genötigt, genau auf der Torlinie einen Schiedsrichterball auszuführen !

Das Chaos war perfekt: Auf und unmittelbar hinter der Torlinie standen zehn Gästespieler und ihr Torwart, die unbedingt verhindern wollten, dass der Ball die Torlinie überquerte. Ihnen gegenüber drängelten sich zehn Akteure der Heimmannschaft, die Gegensätzliches im Sinn hatten: Der Ball musste in letzter Sekunde des Spiels 22,9 cm (= Durchmesser des Balles) nach vorn bewegt werden. Und mittendrin war irgendwo der Schiedsrichter. Sehen konnten ihn die Zuschauer nicht, aber hören, denn unmittelbar nach der Ausführung des Schiedsrichterballs ertönte ein ohrenbetäubender Pfiff. Der Schiri (und sicherlich nur er) hatte eine Regelwidrigkeit bemerkt und verhängte einen Freistoß für die durch seinen voreiligen Pfiff benachteiligte Mannschaft.
Alle lachten verständnisvoll ...

Diese Geschichte könnte sich heute nicht mehr so zugetragen. Warum eigentlich nicht ?