Tutto italiano - Der Pizza-Test für Schiedsrichter

Teil 2: Pizza diavolo

Lösungen

1. c. - Kaum zu glauben: Im DFB-Regelheft 2011/12 wurden die Tornetze vergessen. Das italienische Heft ist in dieser Hinsicht vollständiger. Antwort c. ist richtig. Eisenhaltige Tornetze sind nicht erlaubt.

2. c. - Der Schiedsrichter sollte bei seinen Bemühungen, das Spiel korrekt fortzusetzen, keine zeitlich begrenzte Fristen setzen: Der Gegner könnte sich darauf berufen und den Abbruch des Spieles fordern. Zudem hätte der Schiedsrichter nicht - wie vorgeschrieben - alle Möglichkeiten zur Verhinderung eines Spielabbruches erschöpft, wenn der Übeltäter sich unmittelbar nach Ablauf der Frist doch noch bequemt, das Spielfeld langsam zu verlassen. Die Italiener gehen bei ihren Bemühungen, einen Spielabbruch zu verhindern, noch einen Schritt weiter: Falls der Mannschaftsführer nicht hilfreich ist, fordern sie beim Vizekapitän Unterstützung an.

3. c. - In Italien würde der Schiedsrichter andere Dokumente oder Nachweise, wie zum Beispiel Fotos, verlangen, die den Spieler eindeutig identifizieren. Falls es diese nicht gibt, behält er den Pass ein und lässt sowohl vom Spieler als auch von einem Verantwortlichen des betroffenen Vereins eine Erklärung über die Identität des Spielers unterschrieben. Dann darf der Spieler am Spiel teilnehmen.

4. b. - Da der gefoulte Spieler nicht zum Spiel gehört, kann es wegen der Unsportlichkeit nur einen indirekten Freistoß geben. Dieser wird dort ausgeführt, wo sich der Ball bei der Spielunterbrechung befindet.

5. a. - In Deutschland muss das Spiel auch mit weniger als sieben Spielern fortgesetzt werden, es sei denn die Mannschaft in Unterzahl liegt zurück und deren Mannschaftsführer bittet den Schiedsrichter das Spiel abzubrechen. In Italien gilt knallhart: sofortiger Schlusspfiff.

6. c. - In Italien gibt es eine weitere Einschränkung: Die Aufnahme von Getränken darf nur in der Nähe der Reservebank erfolgen. Hier wie da ist es verboten, gefüllte Plastiksäcke oder andere Behälter auf das Spielfeld zu werfen.

7. b. - In Italien würde der Schiedsrichter den Spieler, dessen Rückennummer nicht mit der Nummer im Spielbericht übereinstimmt, auffordern, das Trikot zu wechseln oder es umzudrehen(!). Zusätzlich wird dieser Spieler verwarnt.

8. b. - Diese Frage kann wohl nur in einem Land gestellt werden, in dem die Mafia eine nicht geringe Rolle spielt ... Zumindest in Deutschland hat der Schiedsrichter nur die Möglichkeit, die Spieler über den Mannschaftsführer zur Fairness aufzufordern.

9. b. - Auch in Italien wird das Spiel nicht sofort unterbrochen, wenn am Spielfeldrand ein Offizieller ausrastet. Sollte der Schiedsrichter das Spiel jedoch unterbrochen haben, weil die Störung zu arg wurde, geht’s mit einem Schiedsrichterball weiter.

10. b. - Eine Frage mit Seltenheitswert, die eher bei starkem Frost in Deutschland als im Sonnenland Italien akut werden könnte. Der Grund für die beabsichtigte Spielunterbrechung bestimmt letztendlich immer die Spielfortsetzung.

11. b. - Prallt das Leder direkt vom Kopf des Torwarts ins Tor, ist der Treffer anzuerkennen. Ansonsten wird dem Schiedsrichter geraten, das Spiel schnellstens zu unterbrechen.

12. b. - Der DFB erläutert, dass eine Verkürzung der Halbzeitpause mit Zustimmung des Schiedsrichters und der Spielführer möglich ist. In Italien hat hingegen jeder Spieler ein Recht auf eine Halbzeitpause und dementsprechend wäre im »bel Paese« Antwort a. richtig.

13. a. - Es sind nur Disziplinarstrafen möglich. Das Spiel muss mit einem Einwurf, Abstoß oder Eckstoß fortgesetzt werden.

14. b. - Eine abgebrochene Eckfahne stellt eine Gefahr dar. Der Schiedsrichter soll deshalb das Spiel unterbrechen, die Eckfahne ersetzen lassen und das Spiel mit einem Schiedsrichterball wieder aufnehmen. Es ist übrigens das gute Recht eines Spielers, den Ball wuchtig zu treten.

15. a. - Solange sich die Füße auf der Mittellinie befinden, liegt keine Abseitsstellung vor. Selbst dann nicht, wenn beispielsweise der Kopf oder die Arme in die gegnerische Hälfte ragen würden. In Italien wird die Abseitsregel etwas anders ausgelegt: Befindet sich ein Spieler zumindest zum Teil mit dem Kopf, dem Körper oder den Füßen in der gegnerischen Hälfte, liegt in Italien eine Abseitsstellung vor. Lediglich die Arme dürfen in die gegnerische Hälfte ragen, ohne dass es zu einer Abseitsstellung kommt.

16. a. - Da die Strafraumlinie zum Strafraum gehört, ist ein Strafstoß fällig. Für ein »normales Handspiel« sehen die Regeln keine Verwarnung vor.

17. b. - Wenn die Regelübertretungen ohne zuzätzliche Unsportlichkeiten »über die Bühne gehen«, ist insgesamt nur die gelbe Karte erforderlich. Würde der Spieler nicht zurückkehren, teilt der Schiedsrichter dem Spielführer mit, dass sein Mannschaftskamerad als verwarnt oder falls dieser bereits verwarnt war, als mit Gelb/Rot des Feldes verwiesen gilt.

18. c. - Die Unterschlagung von persönlichen Strafen im Spielbericht hat schon manchem Schiedsrichter die Karriere gekostet. In Italien wird dieselbe Antwort erwartet.

19. a. - Kaum zu glauben: Der Treffer wird annulliert, der Ball über das ganze Spielfeld hinweg zum Strafstoßpunkt gebracht, ein neuer Torhüter darf sich bewähren. Der Schiedsrichter kann seine Entscheidungen zurücknehmen, solange das Spiel noch nicht fortgesetzt wurde.

20. a. - Beim »Elfmeterschießen« darf nur ein verletzter Torwart gegen einen Reservisten ausgewechselt werden, und das auch nur dann, wenn das Auswechselkontingent noch nicht ausgeschöpft wurde. Also: Ein Spieler aus dem Mittelkreis muss sich als Keeper bewähren.



Beurteilung

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