Das kann leider auch einmal geschehen:  Ein Schiedsrichter verhängt einen unberechtigten Strafstoß. Er pfeift laut und energisch. Die Proteste der Akteure  halten sich in Grenzen.

Das geschieht oft: Der Spielleiter ahndet ein klares Foulspiel mit einem Strafstoß. Der Pfiff ist leise und  hört sich zögerlich an.  Er wird von Protestierenden umringt ……

 

Aus dem DFB-Fußballregelheft des 20. Jahrhunderts:  Ständiges Pfeifen wegen unwesentlicher und zweifelhafter Vergehen verursacht Verstimmung und Gereiztheit bei den Spielern und verdirbt das Vergnügen der Zuschauer.

Verhaltensschulung

Vom richtigen Einsatz der Pfeife

Neben der Vermittlung der Fußballregeln und ihrer stetigen Wiederholung müsste vornehmlich bei den Leistungsschiedsrichtern die Verhaltensschulung im Mittelpunkt der Fortbildung stehen.  Es genügt nämlich nicht, unseren Kameraden zu erklären, wann verwarnt werden muss, es kommt  auf das wie an, wenn eine Verwarnung  wirksam sein soll.

Solche Kenntnisse lassen sich am besten in Rollenspielen vermitteln. Und wenn noch eine Videokamera zur Verfügung steht, mit der das eigene Verhalten überprüfbar wird, kann die Lehrarbeit als optimal bezeichnet werden.

Themen für die Verhaltensschulung bieten sich zuhauf an. Besonders interessant (und realitätsnah) wird es, wenn die Referees von ihren Problemen rund um die Spielleitungen berichten und danach im Rollenspiel gemeinsam nach Lösungen gesucht wird.

Als eines der ersten und wichtigsten Themen sollte der richtige Umgang mit der Pfeife im Lehrgangsplan eines jeden SR-Lehrwartes stehen.

In der Sportschule des Niedersächsischen Fußballverbandes in Barsinghausen stand dieses Thema sogar einmal bei einem Spitzen-SR-Lehrganges auf der Tagesordnung. In jeweils 2 Parallelgruppen wurden Kurzreferate zu nachstehenden Aufgabenstellungen vorbereitet:

1. »Wann muss der Schiedsrichter pfeifen, wann nicht«

2. »Eine gute Spielleitung: Der Ton macht die Musik«

3. »Situationsbedingt: Länge, Lautstärke, Tonhöhe und Intervalle der Pfiffe«

4. »Die Pfeife als Verständigungsmittel mit Spielern und Zuschauern«

5. »Ärger mit der Pfeife einhandeln« oder »Ein herrliches Pfeifkonzert«

6.  Praxis: »Erraten der Bedeutung von Pfiffen« (= Thema einer weiteren Lehrveranstaltung)


Vorschlag für die Planung der Lehrveranstaltung

1.  Vorspanntexte vorlesen, erläutern und die Aufgabenstellungen damit begründen (5 Min.)

2.  Arbeitsgruppen  (max. 5 Teilnehmer; gegebenenfalls Gruppen für Korreferate) zu den oben genannten Themen bilden (5 Min.)

3. Gruppenarbeit  (ca. 20 Min.)

4. Berichte aus den Arbeitsgruppen (einschl. Korreferat und Diskussion)  (max.10 Min.)
   (Behandlung des Themas 5  gegebenenfalls auf einer weiteren Lehrveranstaltung)