Aktualität in der Schiedsrichter-Lehrarbeit ?

Zweimal JA und einmal NEIN

Sogar von namhaften Lehrwarten wird die Meinung vertreten, dass die Lehrarbeit mit den Schiedsrichtern immer aktuell sein müsse. Ist dem so ?

Ja: Um das Interesse der Zuhörer zu wecken, ist als Einstieg in das Lehrthema eine aktuelle Begebenheit, wie zum Beispiel der Bezug auf den letzten Spieltag der Bundesliga, von Vorteil.

Ja: Um Kardinalfehler einer Schiedsrichter-Leistungsgruppe einerseits und positives beziehungsweise negatives Verhalten einzelner Spielleiter andererseits aufzuzeigen, bedarf es aktueller Videoaufnahmen. Der Lernerfolg ist übrigens umso größer, wenn die lobenswerten Beispiele überwiegen. Das Gebot der Aktualität des Lehrmaterials gilt besonders für die Bundesligaschiedsrichter. Sie werden vom DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel entsprechend geschult.

Nein: Für die allgemeine Schiedsrichter-Lehrarbeit gelten andere Prämissen. Ganz unabhängig davon, worüber sich die Öffentlichkeit gerade erregt oder erfreut, sind generelle Lehrthemen zu behandeln (Beispiele: „Vorteil”, „Torraub”, „Die Wiederholung der Abseitsregel”, „Regelverstöße beim Strafstoß”, „SR-Verhalten vor dem Spiel und während des Spiels” usw.).

Für die Behandlung dieser Themen gelten methodische und didaktische „Spielregeln”, die zeitlos sind. Aktualität dagegen wäre eher schädlich: Die Vorliebe oder die Abneigung für einzelne Spieler/Vereine weckt Emotionen, die einer sachlichen Behandlung des Unterrichtsstoffes abträglich sind.

Für den Schiedsrichter-Lehrwart ist dieses Nein erfreulich: Er muss nicht jährlich alles Lehrmaterial neu erfinden, sondern kann getrost auf altes, bewährtes Lehrmaterial zurückgreifen.